Spannende Ahnenforschung
Münster - Jeder zweite
Bundesbürger möchte mehr
über seine Vorfahren und die
Familiengeschichte wissen,
kommt aber nicht an die
Quellen ran. Der in Münster
ansässige Bund der
Familienverbände bietet ab
sofort privaten
Ahnenforschern eine
Plattform für die Suche nach
den persönlichen Wurzeln.
"Wir müssen den
Wissensschatz der alten
Menschen heben, ehe es zu
spät ist", sagt Wolf-Dieter
Moek, Vizepräsident des
Verbandes mit Sitz am
Rektoratsweg.
Das Befragen von Zeitzeugen
ist deshalb für viele der
Ausgangspunkt einer
systematischen Beschäftigung
mit der eigenen
Vergangenheit. Moek: "Der
Stammbaum kann oft nur noch
bis zu den Großeltern
zurückverfolgt werden, dann
gibt es schon Lücken in der
Familien-Chronik." Wer
seinen Familiennamen
erforschen will, ist auf die
Tauf- und Heiratsregister
der Standesämter und alte
Kirchenbücher angewiesen.
Viele wissen auch nicht,
dass ihre Familie ein
eigenes Wappen hat.
Internet als Hilfe
Und obwohl das Internet mit
zahlreichen Portalen,
Diskussionsforen und
spezieller Software die
Familienrecherche
unterstützt, muss man "die
Nase schon selbst in die
Bücher stecken und viele
Briefe schreiben", so Moek.
Findet man einen Ort, wo der
Familienname häufig
vorkommt, ist das die Basis
für weitere Forschungen.
Moek: "Je ausgefallener der
eigene Name ist, je größer
die Chance, auch fündig zu
werden." Meier, Müller und
Schulze haben's da schwer,
sagt der Genealogie-Experte.
Spannend wird es spätestens
dann, wenn man bislang
völlig fremde Menschen
aufspürt und dann merkt,
dass man eine gemeinsame
Historie hat. "Dann ist die
Verblüffung oft groß", so
Moek.
Mitte Mai wurde in Münster
unter dem Leitwort "Für den
Dialog in Generationen" der
erste "Tag der
Familiengeschichte"
proklamiert, künftig soll
regelmäßig auf die
vielfältigen Aspekte der
Familienkunde hingewiesen
werden. Frei nach dem Motto
"Der Apfel fällt nicht weit
vom Stamm" möchte der
Verband besonders "ältere
Menschen mit viel Freizeit"
für die Forschung in eigener
Sache begeistern.
Familienarchiv
Verbandschef Dirk Weissleder:
"Das Beste, was man seinen
Kindern und Enkeln
hinterlassen kann, ist ein
Familienarchiv." Und wer
mag, könne sich und seine
Verwandtschaft in einem
Familienverband
organisieren, denn
gemeinsame Ahnenforschung
mache nicht nur Spaß,
sondern fördere auch den
Zusammenhalt. - hpe
04. Juni 2007 | Quelle:
